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Das muss Liebe sein - Der „undankbare“ Job des Schiedsrichters


Hallo Sportsfreunde


Im heutigen Artikel möchten wir euch den „undankbaren“ Job des Schiedsrichters im Fussball näherbringen. Kurz vorab, vergleicht man den Job als Schiedsrichter im Fussball mit anderen Sportarten fällt auf, dass im Fussball der Schiedsrichter viel weniger respektiert wird als beispielsweise beim American Football, Rugby oder Basketball.


Schiedsrichter im Fussball - ein Job, der oft unterschätzt wird, aber von immenser Bedeutung ist. Warum? Weil ohne einen ausgebildeten Schiedsrichter kein Fussballspiel angepfiffen werden kann. All diejenigen, die bereit sind, zur Pfeife zu greifen und das Spiel zu leiten, verdienen unseren Respekt und unsere Anerkennung. Doch was macht diesen Job so interessant und zugleich herausfordernd?


Einer der offensichtlichsten Vorteile ist die Möglichkeit, die eigene Leidenschaft für den Fussball zu leben. Schiedsrichter zu sein bedeutet, hautnah dabei zu sein, wenn Spieler ihr Können unter Beweis stellen und Fans die Luft vor Spannung förmlich knistern lassen. Es ist eine Gelegenheit, den Fussball aus einer neuen Perspektive zu erleben, abseits des Spielfeldrandes mitten im Geschehen.


Gleichzeitig bietet der Job als Schiedsrichter die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen. Es geht darum, fair zu sein, Entscheidungen zu treffen und unparteiisch zu bleiben - Eigenschaften, die auch im täglichen Leben von unschätzbarem Wert sind. Junge Menschen haben hier die Chance, ihre Führungsqualitäten zu stärken, und ihren eigenen Charakter zu entwickeln. Ein weiterer Punkt ist der unmittelbare Lehrauftrag, den ein Schiedsrichter bei jedem Spiel ausübt. Gerade junge Spieler müssen lernen, Disziplin zu bewahren und Regeln zu befolgen. Genau deshalb gehört nebst dem Trainer der Mannschaft, der Schiedsrichter zu den wichtigsten Personen auf dem gesamten Spielfeld.


Doch lassen wir uns nicht nur von den verlockenden Vorteilen blenden - der Job als Schiedsrichter bringt auch zahlreiche Herausforderungen mit sich. Neben dem sehr nahliegenden Gefühl der Aufopferung, ohne auf den ersten Blick etwas Handfestes zurückzubekommen, ist eine der grössten Herausforderungen die Konfrontation mit hitzigen Spielern und aufgebrachten Fans. Ein falscher Pfiff kann zu tumultartigen Reaktionen führen, die selbst die erfahrensten Schiedsrichter ins Schwitzen bringen. Nichts für schwache Nerven! Doch genau hier liegt die Chance, die eigene Ruhe, Selbstkontrolle und Nervenstärke unter Beweis zu stellen und zu lernen, mit schwierigen Situationen umzugehen.


Ein weiterer Punkt, dem häufig gar keine Beachtung geschenkt wird, ist die Herausforderung, immer auf dem neuesten Stand der Regeln zu sein. Die Spielregeln im Fussball sind komplex und unterliegen ständigen Änderungen. Ein Schiedsrichter muss also immer am Ball bleiben, um alles im Griff zu haben. Auch das ist eine Gelegenheit, vor allem für junge Menschen, ihre Lernbereitschaft und ihr Engagement unter Beweis zu stellen.


Der Job als Schiedsrichter wird aus unserer Sicht in der heutigen Zeit sehr häufig für zu selbstverständlich genommen, ohne eine wirkliche Wertschätzung zu erfahren. Der Mehrwert, der beim Schiedsrichter sein gelehrt wird, wird jedoch kaum aufgezeigt. Die Folge, es gibt kaum genug Schiedsrichter für die Anzahl der bestehenden Mannschaften. Was bedeutet das? Die „wenigen“ Schiedsrichter müssen mehr Spiele pfeifen, werden damit auf die Dauer überlastet und hören im schlimmsten Fall mit ihrer Tätigkeit auf - ein Teufelskreis.


Dabei ist der Job äußerst interessant und spannend. Vor allem bietet er die Möglichkeit, sich selbst herauszufordern, Führungsqualitäten zu entwickeln und die Leidenschaft für den Fussball auf eine neue Art und Weise zu erleben.

Was wären also aus unserer Sicht mögliche Denkanstösse, um die Situation der Schiedsrichter etwas zu entspannen und zu stärken?


Eine Idee wäre ein neues Regelsystem, wo der Schiedsrichter die Möglichkeit hat, Spieler durch Zeitstrafen für einige Minuten auf die Bank zu setzen. Der Effekt wäre, dass es für den Schiedsrichter einfacher wird, härter durchzugreifen, ohne dass gleich der ganze weitere Spielverlauf beeinflusst wird.


Eine weitere Möglichkeit wäre das Unterlassen der Unterstützung von Spielern aus anderen Mannschaften, wenn eine Mannschaft für ein Spiel zu wenige Spieler aufweist. Die Folge daraus wäre langfristig das „Aussterben“ gewisser Mannschaften und damit eine weitere Entlastung für die schon jetzt zu wenigen Schiedsrichter.


Was sind eure Gedanken dazu?


Zusammengefasst freuen wir uns über jede:n Freiwillige:n, die oder der sich für den Job als Schiedsrichter:in entscheidet und damit ihrer oder seiner Passion nachgeht, denn wir brauchen euch im Fussball.


Du möchtest auch Schiedsrichter werden, oder dich wenigstens mal informieren? Dann klicke auf den folgenden Link: https://werdeschiri.ch


In diesem Sinne wünschen wir allen Schiedsrichtern, ob jung oder alt, viel Erfolg und immer eine klare Sicht auf das Spiel!

Geschrieben von: Hannes Domröse, Spieler bei den Senioren des FC Kollbrunn-Rikon Artikelinhalte: Durch Gespräche und in Zusammenarbeit mit Silvio Fernandes

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